Am Tag der Abreise von Djenne, hat mir Boubou seine Adresse gegeben. Die ist einfach so originell ist, dass ich sie euch keinesfalls vorenthalten moechte:
Boubou SanghoPetit fils de grand griotSenossa-Djenne
Interresant ist die mittlere Adresszeile, was uebersetzt heisst : Enkelsohn des grossen Dichters. Ich moecht auch so ne Adresse... :)
Ich hatte einen guten Start in Burkina Faso. Nach einer muehsamen Fahrt von Djenne nach Burkina Faso, durfte ich gleich mal fuer ne Woche bei einer Familie leben. In einer staubigen Stadt, wo man normalerweiser so schnell wie nur moeglich weiterziehen wuerde, wenn man eben nicht zu solch einer Chance kommt.
Diese Familie hatte es wahrlich in sich. Im Grossen und Ganzen bestand sie aus Ehemann + 2 Frauen von denen jede um die 10 Kinder hatte. Und im Gegensatz zu Boubous Grossvater, wohnten diesmal beiden Frauen in ein und demselben Haus. Aber natuerlich hatte jeder sein eigenes Zimmer. Fuer mich hatte es auch nicht den Anschein, dass sie die besten Freundinnen waeren, aber das kann auch taeuschen. Eine so grosse Familie ist aber auch in Westafrika eher die Ausnahme. Bigamie auch in Burkina kein Problem, vorrausgesetzt man(n) ist Muslim.
In Burkina gibts aber auch vermehrt Christen! Wie merkt man dass? Erstens laufen jetzt wieder Schweine auf den Strassen herum und zweitens haben vermehrt Leute eine Alkfahne wenn du mit ihnen sprichst.
Moussa, ein Familienmitglied, arbeitet beim Radio und er nahm mich am ersten Tag natuerlich gleich mit. Er fuehrte bei seiner Moderation ein kleines Interview mit mir, und ja ich durfte ueber meine bisherige Reise erzaehlen und war in Radio Oxygen zu hoeren. In Burkina od generell in Afrika gibt es mehr Radiosender, was man vielleicht vermuten wuerde. Afrika ist Musik, und Radio ist dabei das gaengiste Medium.
Und ich besuchte auch meine erste afrikanische Disko. Prinzipiell unterscheidet sich nicht viel zu unseren. Die Besucher sind zum Grossteil maennlichen Geschlechts, die sich ein Tanzduell nach dem anderen liefern. Jeder einzelne ein potentieller Michael Jackson Nachfolger. Um einiges unterhaltsamer als Dirty Dancing :).
In der Hauptstadt Burkinas, kurz Ouga genannt, half mir gleich mal ein Student bei der Orientierung und bracht mich bei einem Kuenstler unter, der Appartments vermietet. Ouga ist definitiv ein Zentrum fuer Kunst und Film in Westafrika. Jedes Jahr gibt es das groesste Filmfestival in Afrika, leider im Januar. Es gibt eine grosse Auswahl an Studien und viele verdienen ihr gutes Geld damit, indem sie ihre Werke vor allem nach Europa bringen.
In Burkina fand ich mich auch zum ersten Mal (ausgenommen natuerlich in Marokko) in einem Supermarkt was mich sofort an zu Hause erinnert hat. Es gab nicht viel, aber es fand sich darunter Dinge wie Marmelade, Schokolade, Kaese oder auch Happy Day Saft.
Jaja das hatten wir schon mal in Laos, alles aus Frankreich, Holland und Deutschland importiert um den doppelten Preis als bei uns zu haben. Mhmm die Leckerein die wir zu Hause geniessen duerfen nun auch in Afrika, fuer eine kleine Schicht zumindest.
Was ist schon Marmelade, oder Kaese, aber wenn du das schon seit 2 Monaten nicht geschmeckt hast, ists wie Weihnachten. Es ist interresant wie diese Vielfalt an Nahrung wie eine Droge auf deinen Koerprer wirkt. Es ist unheimlich schwer dem zu wiederstehen und den Koerper macht dir sofort klar, dass man sich um einiges besser fuehlen wuerde, wenn du zB jetzt sofort eine Schokolade essen wuerdest.
Die Ernaehrung ist so wie der Alltag von einer gewissen Monotonie gepraegt. Es gibt nicht viel Auswahl, und von dem kannst du mit einem westlichen Magen 50 Prozent nochmals abziehen. Die Diaet unterscheidet auch nicht zwischen Fruehstueck oder Mahlzeiten. Es wiederholt sich staendig. Meine Diaet beschraenkt sich auf Eier, Reis, Nudeln, dann Teig mit Sosse, ein wenig Fisch oder Fleisch. Wenns gut geht dann auch Kouskous. Gemuese und Fruechte sind gefaehrlich, wegen Typhus etc.
Und ds Schlimmste, keine Suessigkeiten!!!! Argh!!!
Aber genau das macht wiederum das Reisen aus. Seine Grenzen zu testen und sich selbst zu reduzieren. Deshalb war ich dann noch gluecklicher, dass ich all den Leckerein wiederstehen konnte, bis auf…
Mit Abstand am gluecklichsten war ich, wie sich unter den Marmaladen eine Papaya Marmelade fand, die Burkina hergestellt wurde. Oh sooo lecker… Leider ein einmaliges Erlebniss. Fand sie nie wieder… habe gesucht und gesucht… wie ein Suechtiger nach Drogen.
Nach 2 Wochen Burkina hab ich mich fuer Togo entschieden.
Togo ist eine tolle Uberraschung. Es ist hier endlich mal gscheit gruen und nur so uebersaeht von exotischen Graessern und Baumen. Und das beste, es gibt Berge… naja eher Huegel.
Es ist definitv nicht der Himalaya aber es laedt super zum Trekken ein. Und wie es der Zufall so wollte, habe ich auch meine erste Sonntagsmesse besucht, die so ablaeuft wie man sichs in Afrika vorstellen wuerde. Nur bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich mich an dem Erlebniss im Nachhinein erfreuen oder eher davor fuerchten soll… Mehr dann beim naechsten Mal.
Hello Marmeladefan!
ReplyDeleteZu Hause wartet leckere "Ute-Erdbeer-Marmelade"
auf dich! ;-)
GLG, Mama u. Ute
PS: Deine Adresse würde dann so lauten:
Matthias Treitler
Sohn des Vereinsmeiers
Weingart-Thernberg
Auch originell, oder?