Saturday, June 25, 2011

Togotubbie on Tour

Kurz gefragt, wem ist Togo schon ein Begriff?
Hoechstens fuer Sportfreunde Stiller Fans gibt’s einen driftigen Grund das Land in den Ohren zu haben…
Dabei hat Togo einiges zu bitten, wenn man die Motivitation aufbringt und genau schaut.

Von Burkina Faso kommend fallen einem gleich mal folgende Dinge auf:
Die Frauen tragen keine Peruecken mehr. Das ist in Burkina wahrlich der Renner. Jede oder (wannabe) Frau traegt ein Peruecke, wie man sie nur von schlechten Seifenopern kennt. Kombiniert mit unzaehlbar vielen guenstigen Friseursaloons macht Burkina wohl die erste Destination fuer mutige Frisurtouristen der speziellen Art.

Das Essen war definitiv besser . Das Fleisch kannst/sollst du besser nicht mehr essen und jede Speisse hat eine so markante Schaerfe dass es jenseits von Gut und Boese ist. Und die „Nationalspeise“, die fuer ein paar rostige Cents zu haben ist, war fuer mich ein Einmalerlebnis der besonderen Art. Schleimige Ingwerbruehe dazu herausgebackene Erdpatzen (kam dem zumindest sehr nahe).

Es gibt Hinweistafeln gegen Aids und es wird Werbung fuer Kondome gemacht! Juhu! Eine wirklich positive Ueberraschung. Warum gerade in Togo so auffallend oft und vor allem nicht tabu, waer dabei echt interessant. Hats wohl mit dem Glauben zu tun…

Obwohl ich fast ein ganzes Monat in Mali war, haette ich nur ein einziges Mal eine Moeglichkeit gehabt, Kondome zu kaufen. Dabei ist auch erwaehnenswert, dass die Packungen alles anderes als neutral waren, sondern bedruckt mit westlichen oben-ohne Pinup Girls. Es ist wahrlich nicht bloss boeser Zufall, dass gerade diese Laender die groessten Aidsraten aufweissen…

So wie die Mango in Mali und Burkina nicht wegzudenken ist, ists hier in Togo die Avokado. Auch finden sich frische Ananas und Papayas und endlich Zitronen auf den Maerkten. C`est tres bon!


Die „Maerkierungen“ hoeren in Togo auch leider nicht auf, sondern sie scheinen zum Teil markanter zu werden. Sie werden mit Rasierklingen den Kinder mit 2, 3 Jahren zugefuegt. War gerade heute in einem abgelegenen Dorf, wo es Familien gab die ueber das ganze Gesicht Muster hatten.

Togo war zumindest fuer mich ein positive Ueberraschung weils hier verdammt nochmal endlich gruen ist + ein paar Huegel zum Trekken gibt. Juhu :)!

Die Leute hier sind megamaessig freundich und hilfsbereit. Vor allem die Kids sind ein Phaenonom das garantiert hier extra erwaehnt gehoert. In Afrika geniesst man generell als Weisser einen besonderen Status unter den Kids. In Touristenzonen wirst du zwar als Weihnachtsmann mit einem Sack voller Geschenke angesehen, aber ueberall anders haben sie grossen Respekt vor dir und freuen sich volle. Auch wenn du schnell mal mit dem Bus wobei vorbeifaehrst. Aber in Togo singen sie sogar nach dir. So alleine deswegen ists eine Reise hier her wert.

In Togo gibt’s zig Religionen die unter dem Dach der Kirche laufen. Sie haben zwar alle die Bibel als zentrale Lehre, aber leben unterschiedliche Auffassungen davon.

Eines sonntags fand ich mich in einer. In Afrika gehst du nicht in die Kirche, sondern sie kommt zu dir. Es war eine Messfeier, die sektenhaften Zuege aufwiess. Es gab den Vortragenden der schreiend von der Bibel gelesen hat, als haette er die Gabe Orgasmen herbeizufuehren. Es wurden Fragen gestellt und Leute vielen waehrend seiner Predigten in Trancezustaende, weil sie angeblich Lord Jesus hoechstpersoenlich „erfahren“ haben. Das Beste dabei, alles auf Video… :)

Generell darf man sagen, dass es hier definitv einfacher ist, zu reisen als in den bisherigen Laendern. Du triffst andauerend auf junge Leute, die kurz mit dir plauschen moechten, schnell Email Kontakt austauschen und eine super Informationsquelle fuer alles denkbare sind. Das war bei weitem nicht so selbstverstaendlich (meine Erfahrungen) in Senegal oder Mali.

Und als selbsternannter Informationstechniker muss ich auch das noch erwaehnen: Die Jugend kennt sich hier aus mit Computer und Internet. Facebook und Email sind kein Fremdwort mehr. Aber leider spielt da Togo die Ausnahme: In dem Teil wo ich war in Senegal, vor allem in Mali und (zum Teil) Burkina schaut es erschreckend schlecht aus, mit Internet & Co. Voellig ueberteuert und Schulen haben keinen Zugang zu Computern. Aber vielleicht liegt es ja in deren Plan, aktiv die junge Bevoelkerung von Informationen und Austausch fern zu halten. Wenigstens ist so weit ich das erblicke das Internet nicht zensiert, so wie wir es in Burma oder China hatten.

Barack Obama. Man liest es ueberall in Westafrika. Es gibt nichts wass nicht nach ihm benannt ist. Leiberl, Unterhosen aber auch Hotels und Restaurants tragen den Namen Obama. Und in Togo gibt’s sogar Obama Wasser zu kaufen. Aber es ist leider genauso farb- und geschmacklos wie all die anderen…

1 comment:

  1. Ich kanns nur immer wieder sagen:

    Go, Mattsi, go!! :)

    Und pass auf dich auf, komm gut zurück!

    LG ausm sicheren 1070 ;)
    die Carina

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